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SIMPLICISSIMUS REISEN
KULTURFÜHRUNGEN SLOWAKEI: 1000 JAHRE MITTELEUROPA

Die Kunst der nördlichen Regionen – Turiec, Liptov, Orava

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Das Wahrnehmen der Kultur eines kleineren Gebiets führt zu um so tieferen Erlebnissen. Ebenso wie die Normandie oder die Toskana im Norden Frankreichs und Italiens bieten auch die nördlichen Regionen der Slowakei besondere Eindrücke.

Kulturreise

KR NOS 7

Die Slowakei ist nach ihrer Fläche ein kleines Land. Es ist jedoch keine Phrase, wenn man es wegen der Buntheit ihrer Regionen „Europa im Kleinen“ nennt. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen im Landschaftsbild und im Klima sind auffallend groß. Sie äußern sich verständlicherweise auch in der Kultur.

Die Talkessel zwischen den Bergen im Norden der Slowakei lagen recht weit von den Zentren des pannonischen Donauraums (Ofen, Esztergom), wie auch vom Nordosten des Königreichs Ungarn (Košice, Spiš) entfernt, und so strahlt ihr Kulturerbe teilweise den Zauber der künstlerischen Peripherie aus. In prähistorischer Zeit war dem jedoch nicht so, davon zeugen Spuren und Funde von über hundert einstigen Burgstätten (aus der Zeit der Kelten, der Völkerwanderung und der Slawen), aus späterer Zeit blieben gotische Kirchen und Klöster, aber auch Burgen erhalten.

Interessant sind hier auch die Spuren einer besonderen politischen und gesellschaftlichen Situation, die ungefähr von 1550 bis 1770, also länger als zwei Jahrhunderte dauerte. Diese nördlichen Gespanschaften – Turiec, Liptov, Orava – lagen in großer Entfernung von Wiener Hof, dem Ausgangspunkt der Gegenreformation, und deswegen wurde toleriert, dass eine evangelische Elite – der Orava-Zweig der Familien Thurzo, Illesházy und andere Landedelleute die Herrschaft ausübten. Auf unserer Kulturreise werden wir an mehreren Orten auf Spuren dieses Segments vom Kulturerbe stoßen.

Diese Regionen sind jedoch vor allem wegen der Spuren ihrer Volkskultur, insbesondere der Volksbauweise, typisch. Dank der entlegenen Lage, der tiefen Wälder war diese Kultur noch von fünfzig Jahren lebendig. Bereits die Romantiker des 19. Jahrhunderts (und ausländische Volkskundler) hielten dies für das „originellste slowakische Erbe“. In ihren Formen überlebten prähistorische Konstruktionen – allgemein an die Karpaten gebundene, aber auch Elemente aus dem Mittelalter und der Renaissance, in den nördlichsten Gebieten auch goralische Elemente (was die „Goralen“ für eine Ethnikum sind, erfahren wir unterwegs.) Kultur und Landschaft dieser Regionen wurde zu einem wichtigen Thema in der modernen slowakischen Kunst.

Unsere Kulturreise durch die nördlichen Regionen der Slowakei bietet – bei gutem Wetter – auch Möglichkeiten für streckenweise Wanderungen. Man benötigt nur etwas Kondition und gutes Schuhwerk.

Reiseplan


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Samstag: Treffpunkt in Wien (WBhf) um 16:00. Fahrt mit dem Reisebus in die Nähe der Stadt Trenčín.

Sonntag: Erster Halt ist am Schloss in Bytča, das (neben der Burg Orava) der Hauptsitz bedeutender historischer Persönlichkeiten aus dem Hause Thurzo war. Der Person G. Thurzo (1567 – 1616) werden wir während der gesamten Reise wieder begegnen. In Bytča besichtigen wir insbesondere den einzigartigen Renaissancebau des Hochzeitspalastes. In der Region Turiec, im Freilichtmuseum der Volksarchitektur in der Nähe von Martin, werden wir die grundlegenden Bautypen der nördlichen slowakischen Regionen kennen lernen, und dann machen wir uns in einem kleinen Museum (Kurie in Blatnica) mit dem Werk des tschechischen Ethnologen und hervorragenden Fotografen Karol Plicka vertraut, der in seinen Aufnahmen in den Jahren 1920 – 1938 die einzigartige ländliche Kultur der Slowakei festgehalten hat. In der evangelischen Kirche im Dorf Necpaly betrachten wir den theologisch und künstlerisch anspruchsvollen Altar, der sich ursprünglich in der Thurzo-Kapelle auf der Burg Orava befunden hatte, dann besichtigen wir in der gotischen Kirche oberhalb von Jaseno frühgotische Wandmalereien. Schließlich reisen wir in die Region Orava und nächtigen in der Nähe des Tatra-Dorfes Zuberec.

Montag: An diesem Tag steigen wir zuerst zur bizarren Burg Orava hinauf – dem einstigen administrativen Zentrum der Region. In der Gespanschafts-Stadt Dolný Kubín besichtigen wir die schöne und interessante Ausstellung der Orava-Galerie. Im Tal am Fuße des mythischen Berges Choč besichtigen wir die ev. Artikularkirche im Dorf Leštiny. Überrascht werden wir feststellen, wie bunt und wie reich an bildender Kunst die Interieurs dieser Kirchen aus der Reformationszeit sind, und dass die kulturellen Verbindungen der Stifter aus dem unbekannten Dorf in den Bergen weit nach Europa reichten. Gegen Abend sehen wir in einem anderen Freilichtmuseum - im Museum des Orava-Dorfes – typische Holzbauten und die gotisch-renaissancene Kirche im Dorf Zábrež. Speziell für uns wird es ein kleines Original-Volksmusik-Konzert geben, verbunden mit Erläuterungen der historischen und musikalischen Besonderheiten.

Dienstag: Auf der Fahrt in den Norden von Orava kommen wir durch das Dorf Podbiel, wo ein denkmalgeschütztes Ensemble von Häusern mit ihren Giebelseiten an das Aussehen der Gassen in einer kleinen gotischen Stadt erinnert. In der Stadt Tvrdošín besichtigen wir die Holzkirche, deren gotische Teile unlängst mit physikalischen Methoden mit einer Genauigkeit von einem Jahr datiert werden konnten, und auf polnischem Gebiet die Holzkirche in Orawka. In beiden sehen wir faszinierende Interieurs, Malereien und Skulpturen mit interessanter historischer Aussage. Dann fahren wir mit einem Boot auf die Insel mit der einzigartigen Ausstellung folkloristischer Holzschnitzwerke. Die Insel ist eigentlich der Kalvarienberg des Dorfes Slanica, das im Jahr 1954 vom Stausee Orava überflutet wurde. Ein kleines Erlebnis wird auch die kurze Fahrt mit der rekonstruierten Waldbahn zum Sattel der Beskiden, also zur Grenze der Region Kysuce sein, unterwegs erfahren wir etwas über die Geschichte dieses kostbaren technischen Denkmals. Schließlich werden wir noch die bemerkenswerte Kirche im Stil der Karpaten-Sezession in Oravská Lesná sehen.

Mittwoch: Wir brechen in die südlich von Orava liegende Region Liptov auf. Am Rande der Tatra unternehmen wir eine kleine Tour zum Ort Oblazy in der Schlucht Kvačianská dolina. Wir finden hier ein authentisches Gelände technischer Baudenkmäler – Getreide- und Sägemühlen, denen wir bei der Arbeit zuschauen können. Dann besichtigen wir die gotische Kirche in Smrečany, deren Inneneinrichtung (drei gotische Tafelaltäre, Wandmalereien, Stalla und andere Artefakte) von den damaligen Stiftern in den besten Werkstätten der Region Spiš in Auftrag gegeben wurde. Unweit der Klosterkirche in Okolično gibt es ein Beispiel für offensichtlich vom Königshof unter Matthias Corvinus in Auftrag gegebene Bauwerke.Ein Ausflug in die Niedere Tatra bietet uns Erlebnisse in der Natur – je nach Wetter werden wir die weltbekannten Grotten Demänovské jaskyne besuchen oder mit der Seilbahn zum Chopok mit Ausblick auf die gesamte Region Liptov fahren.

Donnerstag: Am Morgen kehren wir nach Liptov zurück und besichtigen eine altehrwürdige Kirche in faszinierender Lage oberhalb vom Dorf Martinček, am Fuße der Burg Likava. Erst unlängst wurden die Wandmalereien aus der Zeit vor 1300 entdeckt, die ihren westeuropäischen Ursprung (Benediktiner) nicht verleugnen. Anschließend können wir vergleichen – in der Kirche bei Ludrová blieben im Chor die gotischen Wandmalereien vollständig erhalten, aber ihr Stil ist bereits für das hiesige Umfeld typisch. Oberhalb von Sliače erwartet uns ein Beispiel zeitgenössischer Architektur – die Kirche „Arche“ wurde von jungen Künstlern entworfen. In der Nähe des Dorfes Svätý Kríž betreten wir die größte Holzkirche in Mitteleuropa – dieses ev. Gotteshaus nimmt bis zu 5000 Gläubige auf. Ganz am Fuße der Hohen Tatra besuchen wir das Freilichtmuseum des Liptover Dorfes bei Pribylina. Zu sehen sind nicht nur dörfliche Bauten, sondern auch ein gotisches Schlösschen aus dem Dorf Parížovce und die äußerst interessante mittelalterliche Kirche aus Liptovská Mara.

Freitag: Unseren Streifzug durch die Region Liptov beenden wir mit dem Besuch des Dorfes Vlkolinec, das in das UNESCO-Weltkulturerbe eingetragen ist. In der Stadt Ružomberok lernen wir im zeitgenössischen Bauwerk einer Galerie das Werk des bedeutenden Vertreters der slowakischen Moderne Ľudovít Fulla (1902 – 1980) kennen. Unsere Fahrt durch das Waagtal können wir durch einen Aufstieg zur Burgruine Strečno mit Museum unterbrechen. Nächtigung in der Umgebung von Trenčín.

Samstag: Nach Besichtigung der Burg Trenčín, von wo aus fast zehn Jahrhunderte lang die Geschicke der Gespanschaft gelenkt wurden (das ist die Fläche der heutigen nördlichen und nordwestlichen Slowakei) besuchen wir in einem typischen Weinbaugebiet die Burg Červený Kameň (Biebersburg), deren Festungssystem die Fugger nach 1535 nach Ideen von Albrecht Dürer errichten ließen, um ihre Kupfertransporte zu schützen. Gegen Abend Rückfahrt nach Wien.

Leistungspaket:

Im Preis der Reise inbegriffen:

  • qualifizierte Reisebegleitung
  • fachlich fundierte Erläuterungen durch einen renommierten Kunsthistoriker
  • komfortabler Reisebus für die Fahrt von Wien, durch die Slowakei und zurück nach Wien
  • 7 x Nächtigung in Zwei- und Einbettzimmern in Drei/Vier-Sterne-Hotels und Pensionen
  • Vollpension in ausgewählten, stilvollen Restaurants – 7 x Frühstück, 6 x Mittagessen, 7 x Abendessen
  • Eintrittsgelder (außer bei Gruppen- und VIP-Reisen)

Nicht im Preis inbegriffen sind:

  • Getränke
  • freiwillige Spenden
  • Versicherung
  • Gebühren für das Fotografieren in Museen und Denkmalsobjekten
  • individuelle Anreise vom Wohnort nach Wien und zurück (außer bei Gruppen- und VIP-Reisen)

Preis der Reise

Preis der Reise KR NOS 7 ist 735 Euro pro Person im Zweibettzimmer.

Der Einzelzimmerzuschlag beträgt 150 Euro.

Bei Reisen des Typs Gruppenreise und VIP-Reise wird der Preis individuell berechnet.

Termine

Termine für Gruppenreisen – nach Vereinbarung

Termine für VIP–Reisen – nach Vereinbarung

 

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