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SIMPLICISSIMUS REISEN
KULTURFÜHRUNGEN SLOWAKEI: 1000 JAHRE MITTELEUROPA

Die Kunst der Zips

Levoca Juraj

Regionen wie die Zips, Siebenbürgen oder der Elsass sind ein wunderbares Phänomen in Europa. In der aufbauenden Phase des Mittelalters trafen hier mehrere Kulturen aufeinander, die nebeneinander existierten und sich gegenseitig bereicherten. Das Kennen lernen des Kulturerbes dieser besonderen Regionen ist ein wertvolles Erlebnis.

Kulturreise

KR ZIP 7

Die Kulturregion Spiš (Zips) am Nordrand des damaligen Königreichs Ungarn ist in den Kreisen kulturbeflissener Europäer ein recht bekannter Begriff. Die Vielzahl und Qualität ihres (vor allem mittelalterlichen) Kulturerbes ist zurückzuführen auf ihre Lage, auf Spuren ältester Besiedlung, auf die Mannigfaltigkeit und Lebensfähigkeit der hier lebenden Volksgruppen, auf die Privilegien und Selbstverwaltung der Städte, aber auch der Sitz der Propstei und die nahen Erzvorkommen spielten eine Rolle.

Die Lage – das war die Nachbarschaft zu Polen und Galizien, die Wege des Handels und des künstlerischen Austauschs. Kontinuität zur ältesten Besiedlung wahrten die Siedlungen slawischer Bauern und Handwerker. Um das Jahr 1200, und etappenweise auch später, luden die ungarischen Könige „Gastbürger“ aus deutschen Regionen (Sachsen, Bayern, Schwaben) ein und erteilten ihnen den Start erleichternde und auch ständige Privilegien. Neben den Dörfern und Landsitzen des ursprünglichen Adels (Zipser Lanzenträger) wuchs ein enges Netz von Städten empor, die meist vom Feudalstaat unabhängig waren. Viele unterhielten ständige Kontakte zu Städten in Sachsen, im deutschen und österreichischen Donauland, aber auch zu den Städten Krakau und Breslau. Über die Propstei (das Zipser Kapitel) und die Komitatsburg nahmen auch der Königshof in Ofen und das Erzbistum in Esztergom Einfluss auf die regionale Entwicklung. In den Zipser Tälern im Einzugsbereich des Hron (Gran) und des Hnilec (Göllnitzfluss) lagen verstreut die so genannten Oberungarischen Bergbaustädte.

Diese Mischung natürlicher, gesellschaftlicher und rechtlicher Bedingungen war die Grundlage für einige Etappen der Blüte im Zeitraum vom 13. bis zum 17. Jahrhundert. Der bekannteste spätgotische Künstler ist Meister Paul aus Leutschau, dessen Werk (und die Arbeiten seiner Werkstatt) hier an mehr als zehn Orten erhalten geblieben sind. Heute wissen wir auch die Bildhauerarbeiten des unbekannten „Meisters der Königsfiguren“ und die Tafelbilder aus den Werkstätten in Zipser Kapitel, Leutschau und Käsmark zu schätzen.

Da das Bau- und Kunstprogramm erfüllt war und sich die Bedingungen in den jüngsten drei Jahrhunderten wandelten, kam es zu einer gewissen Stagnation in der materiellen Kultur, der wir zu verdanken haben, dass der Reichtum an architektonischen und bildkünstlerischen Zeugnissen im Stil der Gotik, Spätgotik und Renaissance erhalten blieb. Natürlich blieb die Zips auch später eine Region mit hervorragendem Schulwesen und Kulturvereinen. Auch in den Nachbarregionen finden wir spätgotische und spätrenaissancene Werke aus Zipser Werkstätten. Deswegen führt uns die Reise zum Kennen lernen der Zips auch in Kirchen in Liptau, nach Bartfeld, aber auch in die Bergbaustädte der Mittelslowakei.

Reiseplan


 KR ZIP 7 grosse map

Samstag: Treffpunkt in Wien (WBhf) um 16:00. Fahrt mit dem Reisebus in das Hotel in der unteren Litptau.

Sonntag: Die Exkursion beginnt in der Region Liptau. Als Vorspiel zur Präsentation der Zipser Kunst besuchen wir die Kirche oberhalb vom Dorf Martinček, wo kürzlich entdeckte Wandmalereien die Kunstströmungen vor dem Jahr 1300 repräsentieren. In der Kirche in Liptovské Matiašovce stoßen wir auf die weniger bekannte Kunst des Zipser Barock. Die Besichtigung der Kirche in Smrečany bietet bereits ein Erleben gotischer und spätgotischer Kunstwerke, die sich die hiesigen Stifter von Zipser Werkstätten anfertigen ließen. Ein überdurchschnittliches Echo der höfischen und Spuren der Zipser Kunst finden wir in der Klosterkirche von Okolično. Bevor wir in Spišská Sobota (Georgenberg) nächtigen, besuchen wir noch die hiesige Pfarrkirche. Deren romanischer Teil, das typisch gotische „Zipser Doppelschiff“ und die Innenausstattung gehören zu den Höhepunkten der Zipser Gotik- und Barockkunst.

Montag: Das erste Ziel unserer Reise kann nicht anders heißen als Zipser Burg (das großflächigste Gelände einer mittelalterlichen Burg in Mitteleuropa), die bereits im 13. Jahrhundert von den Zipser Sachsen "Zipser Haus" genannt wurde. In der wunderschönen gotischen Kirche in Žehra besichtigen wir die Wandmalereien mit einzigartigen Szenen, dann besuchen wir die kleine befestigte Kirchenstadt Zipser Kapitel mit ihrer romanischen Kathedrale und den Kanonikerhäusern. In der Kathedrale sehen wir gotische Altäre mit Tafelbildern aus der Werkstatt, die für das Niveau der gotischen Malerei in der Zips bestimmend war. Nachmittags brechen wir zu einem relativ anspruchsvollen Ausflug in das Gebirge „Slowakisches Paradies“ auf, wo auf einer Hochebene die Ausgrabungen des Kartäuserklosters „Lapis refugii“ zu finden sind, das zum Gedenken daran errichtet worden ist, dass die Einwohner der Zips an diesem Ort während des Mongolensturms Zuflucht gefunden hatten. Wir machen auch an der Kirche in Hrabušice Halt, um einen Altar aus der Werkstatt von Meister Paul zu besichtigen.

Dienstag: Auf dem Weg in die „Hauptstadt der Zipser Sachsen“ – Leutschau, besichtigen wir die bekannte gotische Kapelle in Donnersmark, ferner die gotische zweischiffige Kirche in Dravce mit ihren bemerkenswerten Wandmalereien und gotischen Stalla. Die Architektur und Innenausstattung der Leutschauer Pfarrkirche (9 gotische Flügelaltäre, unter ihnen der Hauptaltar – der höchste gotische Altar in der Welt, mehr als hundert weitere Kunst- und Kunsthandwerk-Zeugnisse) werden zweifellos den Höhepunkt der Reise bilden. In der Stadt Leutschau besuchen wir noch weitere sakrale Denkmäler und Museen. Wir hören ein Konzert mit Musik des 17. Jahrhunderts, deren Aufzeichnungen aus Leutschau stammen. Mit dem Reisebus geht es weiter zu einzigartigen Panorama-Ausblicken auf die Tatra und den Zipser Talkessel mit der Zipser Burg. Die Fahrt führt weiter durch Gemeinden mit frühgotischen Kirchen und interessanten Beispielen der Volksarchitektur - Repaše, Oľšavica, Brutovce, Spišský Hrhov. Schließlich halten wir noch an einer kleinen Kirche im Dorf Gánovce, wo wir ein wundervolles gotisches Holzschnitzwerk sehen werden, einen Heiligen Sebastian.

Mittwoch: An diesem Tag lernen wir die Denkmäler der nördlichen Zips kennen, wo die Poprad (Popper) und der Dunajec die Slowakei (früher das historische Ungarn) verlassen und als einzige Flüsse aus dem Karpatenkessel nach Norden, der Ostsee zuströmen. Erste Fahrtunterbrechungen liegen in der Nachbarschaft zu Spišská Sobota (Georgenberg), in den architektonisch wertvollen mittelalterlichen Kirchen in Matejovce und Mlynica mit ihren einzigartigen gotischen Flügelaltären.Nach Besichtigung der gotischen Kirche in Lendak, der ältesten unter den Doppelschiffkirchen, besuchen wir die mittelalterliche Kirche in Výborná mit ihrer bunten, von Säulen getragenen Holzdecke aus der Renaissance. Dann überqueren wir den Magurasattel und gelangen in die Region Zamagurie, deren wesentlichen Teil der Nationalpark Pieniny bildet. Eine Sehenswürdigkeit ist das Kloster in Lechnica, es wird „Rotes Kloster“ genannt und war ursprünglich ein Karthäuser-, später ein Kamaldulenser-Kloster. Zu einer Reise zum Kulturerbe der Zips gehört wohl auch die Floßfahrt durch den Dunajec-Durchbruch, die hier als Touristenattraktion bereits seit über 150 Jahren angeboten wird. Auf dem Weg zurück nach Spišská Sobota besuchen wir die historisch bedeutende Burg Stará Ľubovňa (Altlublau), die Stadt Podolinec (Pudlein) und die Kirche in Veľká Lomnica mit ihren großartigen gotischen Wandmalereien.

Donnerstag: Unser Streifzug konzentriert sich auf die zweitwichtigste Stadt der Zips: Kežmarok. Unterwegs besichtigen wir die gotischen Doppelschiffkirchen in den Kleinstädten Vrbov und Ľubica. In der Stadt Kežmarok (Käsmark) betrachten wir die interessante Straßenführung, die Denkmäler in der Pfarrkirche, den Renaissance-Glockenturm und die weltbekannte evangelische Holzkirche mit dem unglaublich farbigen Interieur. In einem der alten Kurorte in der Hohen Tatra – in Tatranská Lomnica – werden wir in einem Jugendstilhotel zu Mittag essen. Dann besichtigen wir das Museum des Erfinders J. M. Petzval in der Stadt Spišská Belá und die spätgotische Kirche, den Renaissance-Glockenturm und das Renaissanceschloss in Strážky, wo eine Ausstellung der Slowakischen Nationalgalerie mit Bildern des bemerkenswerten hiesigen Malers Ladislav Mednyánsky untergebracht ist.

Freitag: In der Stadt erwarten uns ein unglaublich großer linsenförmiger Marktplatz (wie wir ihn zuvor in Hniezdno und Podolinec kommentiert hatten) und eine große Pfarrkirche mit einer Galerie steinerner gotischer Reliefs auf den Schlusssteinen des Gewölbes. Danach besuchen wir ein Gelände mit säkularer Renaissance- und Rokokoarchitektur – das Landschloss in Markušovce, in welchem sich ein Museum für Interieur und Musikinstrumente befindet. Die Pfarrkirche in der Stadt Spišské Vlachy (Wallendorf) mit Resten romanischer Architektur zeigt spätgotisches Interieur und mehrere Rokokoaltäre. Über die Berge geht es in das Tal der Torysa in der Region Šariš. In Ražňany sowie in den Städten Lipany und Sabinov besichtigen wir die Pfarrkirchen mit Denkmälern der Zipser Kunst (auch aus der Werkstatt des Meister Paul) und mit einzigartigen architektonischen Details der frühen „ungarisch-adriatischen Renaissance“. Dann besuchen wir die Perle unter den gotisch-renaissancenen Städte – Bardejov (Bartfeld) mit Hauptplatz und Rathaus (Ausstellung kostbarer Artefakte) und bewundern die einzigartige Architektur der Pfarrkirche mit ihren erhalten gebliebenen elf Flügelaltären aus der Gotik. Im Nachbarort Hervartov erwartet uns die bekannte gotische Holzkirche mit ihrem einzigartigen Interieur.

Samstag: Den letzten Tag, unsere Rückreise, bereichern wir durch die Besichtigung von Denkmälern der Zipser und Donauraum-Gotik (Wien, Nürnberg) im Gebiet der mittelslowakischen Bergbaustädte. In der kleinen Kirche von Sásová betrachten wir ein einmaliges Ensemble von gotischen Flügelaltären. In Banská Bystrica (Neusohl) besuchen wir die Ausstellung im Thurzo-Fugger-Haus und die Pfarrkirche in der Stadtburg mit vielen seltenen architektonischen Details und Bildhauerwerken, unter ihnen architektonische Finessen der Wiener Bauhütte, die Veit-Stoss-Figurengruppe „Christus auf dem Ölberg“, der große Flügelaltar von Meister Paul aus Leutschau und die Barockfresken von Anton Schmidt. Gegen Abend Ankunft in Wien.

Levoca Jan Pavol

Leistungspaket:

Im Preis der Reise inbegriffen:

  • qualifizierte Reisebegleitung
  • fachlich fundierte Erläuterungen durch einen renommierten Kunsthistoriker
  • komfortabler Reisebus für die Fahrt von Wien, durch die Slowakei und zurück nach Wien
  • 7 x Nächtigung in Zwei- und Einbettzimmern in Drei/Vier-Sterne-Hotels und Pensionen
  • Vollpension in ausgewählten, stilvollen Restaurants – 7x Frühstück, 7 x Mittagessen, 7 x Abendessen
  • Eintrittsgelder (außer bei Gruppen- und VIP-Reisen)

Nicht im Preis inbegriffen sind:

  • Getränke
  • freiwillige Spenden
  • Versicherung
  • Gebühren für das Fotografieren in Museen und Denkmalsobjekten
  • individuelle Anreise vom Wohnort nach Wien und zurück (außer bei Gruppen- und VIP-Reisen)

Preis der Reise

Preis der Reise KR ZIP7 ist 925 Euro pro Person im Zweibettzimmer.

Der Einzelzimmerzuschlag beträgt 166 Euro.

Bei Reisen des Typs Gruppenreise und VIP-Reise wird der Preis individuell berechnet.

Termine

Termine für Gruppenreisen – nach Vereinbarung

Termine für VIP–Reisen – nach Vereinbarung

 

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