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SIMPLICISSIMUS REISEN
KULTURFÜHRUNGEN SLOWAKEI: 1000 JAHRE MITTELEUROPA

Die sakrale Holzarchitektur der vier christlichen Konfessionen

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Ein Streifzug im Bogen – von den Kulturdenkmälern der Gotik über die der protestantischen Renaissance zu denen der byzantinischen Kultur in den Ostkarpaten

Studienreise

SR HZK7

Die Slowakei ist ein Land, das zu zwei Dritteln von den Wäldern der westlichen und den Anfängen der östlichen Karpaten bedeckt ist. Deswegen blieb hier eine bemerkenswerte Zahl an Sakralbauten aus Holz erhalten. Ethnische, konfessionelle und geografische Ursachen führten dazu, dass deren Formen auf diesem kleinen Gebiet so weit wie nirgendwo anders in Europa auseinanderklaffen.

Grundlegende Kenntnisse über die Holzbauweise in den nördlichen Karpaten (Blockhauskonstruktion, Fachwerkkonstruktion, Konstruktion der Glockentürme, barocke Dachformen) gewinnen wir im Freilichtmuseum der Volksarchitektur in Martin, wo auch die einfache Holzkirche aus Rudna (Region Turiec) steht. Im Norden, in der bis nach Polen reichenden Region Orava, werden wir katholische Kirchen aus der Gotik und Renaissance sehen, deren Raumaufteilung „westlich“ ist – das Presbyterium mit glattem oder mit polygonalem Abschluss – sowie evangelische Artikularkirchen mit dem „nördlichen“ Saal-Grundriss aus der Renaissance, die in den Regionen Liptov und Spiš erhalten blieben. Diese „kreuzförmigen“ Grundrisse gingen aus der romanischen und frühbarocken Architektur hervor, aber ihr Ursprung ist auch utilitär – Erweiterung des Kirchenraums zu den Seiten hin. An den anderen Tagen besuchen wir die Holzkirchen der griechisch-katholischen Konfession des byzantinischen Ritus. Sie stehen in Regionen, deren Berge und Täler bereits zu den Ostkarpaten gehören. Trotz der scheinbaren Ähnlichkeit lernen wir, dass jede anders ist. Sie bestehen aus drei Räumen, die gezimmerte Konstruktion des Gewölbes oder der Kuppel über dem Schiff hat ihre Wurzeln in den Kulturen des Orients, Byzanz. Auf der Rückfahrt aus den östlichsten Regionen der Slowakei werden wir einige bemerkenswerte hölzerne Glockentürme besuchen, deren Konstruktion und Form mit der Baukultur Siebenbürgens und des heutigen Nordungarns übereinstimmen.

Reiseplan


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Samstag: Treffpunkt in Wien (WBhf) um 16:00. Fahrt im Reisebus in ein Hotel in der Region Turiec.

Sonntag: Zuerst besuchen wir das Freilichtmuseum der Volksarchitektur bei der Stadt Martin. Wir lernen einige Objekte kennen, die als Beispiel für die Spezifika der Blockhaus-Bauweise der nördlichen Regionen der Slowakei dienen können – als erstes die Holzkirche aus Rudno. Typisch ist, dass zum Interieur auch ältere (gotische) Artefakte gehören. Dann reisen wir durch die in ihrer Natur und Kultur wunderschöne Gegend Orava, wo es noch vor einem halben Jahrhundert die schönste Holzarchitektur der Slowakei gab. In der Stadt Tvrdošín besichtigen wir die Holzkirche, deren gotische Teile unlängst mit physikalischen Methoden mit einer Genauigkeit von einem Jahr datiert werden konnten, und auf polnischem Gebiet die Holzkirche in Orawka. In beiden sehen wir faszinierende Interieurs, Malereien und Skulpturen mit interessanter historischer Aussage.

Montag: Am Vormittag besichtigen wir das Museum der Orava-Volksarchitektur bei Zuberec. Wir konzentrieren uns auf die gotisch-renaissancene katholische Kirche aus dem Dorf Zábrež. Dann fahren wir in den Süden der Orava, wo wir die evangelische Artikularkirche im Dorf Leštiny besuchen. Überrascht werden wir feststellen, wie bunt und wie reich an bildender Kunst die Interieurs dieser Kirchen aus der Reformationszeit sind, und wie weit die kulturellen Verbindungen der Stifter aus dem unbekannten Dorf in den Bergen nach Europa reichten. Auf dem Weg in die Region Liptov, bei der Besichtigung der größten Holzkirche in Mitteleuropa, in der Nähe des Dorfes Svätý Kríž, werden wir erläutern, was „Artikularkirchen" im Königreich Ungarn bedeuteten. Abschließend treffen wir in der legendären Kulturregion Spiš (Zips) ein, wo wir die bekannte evangelische Holzkirche in Kežmarok (Käsmark) besichtigen.

Dienstag: An diesem Tag werden wir durch die Regionen der nördlichen Spiš und des nördlichen Šariš streifen. Das ist der Raum, wo die Kulturen des westlichen und des östlichen Europa aneinander stoßen. Bereits im Museum am Fuße der Burg Stará Ľubovňa im Norden der Zips sehen wir eine griechisch-katholische Holzkirche, deren Bauweise mehrere Elemente der „lateinischen“ Baukultur aufweist, jedoch im Interieur eine Ikonostase hat. Im nordwestlichen Winkel der Region (bereits in den Ostkarpaten) wählen wir unter mehreren griechisch-katholischen Holzkirchen, „Tserkev“ genannt, die aus dem Dorf Lukov-Venecia, und danach die römisch-katholische gotische Holzkirche in Hervartov in der Nähe von Bardejov, denn diese gehört zu den bekanntesten Denkmälern der Slowakei. Im unweit gelegenen Museum werden zwei griechisch-katholische Kirchen ausgestellt, sie stammen aus den Dörfern Zboj und Mikulášová.

Mittwoch: Die Rundfahrt in der Gegend von Bardejov und Svidnik nutzen wir zur Erläuterung der speziellen Terminologie, welche die Kirchen des byzantinischen Ritus bezeichnet, die Namen der Räume, der Ausstattung und die Liturgie, die Gesetzmäßigkeiten bei der Anordnung der Bilder auf der Ikonostase. Wir besuchen diese sakralen Denkmäler in ihrer authentischen Umgebung, in den Dörfern: Kožany, Potoky, Svidník, Krajné Čierno, Príkra, Bodružal, Miroľa, Ladomirová, Jedlinka. Dies wird der anspruchsvollste Tag bezüglich Unterscheidung und Einprägung der einzelnen Bauwerke, deswegen werden wir überall ein gemeinsames Foto machen. Schließlich werden wir erkennen, dass jedes Gotteshaus anders ist.

Donnerstag: Nach Besichtigung der griechisch-katholischen Holzkirche in Tročany verlassen wir die Region und verbringen den Tag in der Region Nord-Zemplin. Das ist der östlichste Teil der Slowakei, und Landschaft und Kultur knüpfen an das ruthenische Gebiet der Waldkarpaten in der Ukraine und Westgaliziens im Süden Polens an. Es dominieren hier die Berge des Poloniny-Nationalparks, die noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Heimat ungebundener Bergbewohner war. Wir besichtigen folgende Holzkirchen: aus Nová Sedlica im Museum am Schloss von Humenné, und Tserkvi an ihren authentischen Orten in den Dörfern: Topoľa, Uličské Krivé, Kalná Roztoka, Hrabová Roztoka, Ruská Bystrá.

Freitag: Unsere Fahrt aus dem Osten der Slowakei führt durch die südlichen Regionen der Slwoakei, die reich an Denkmälern vom Typ der mitteleuropäischen Wehrkirchen sind. In der Reformationszeit (die meisten sind auch heute noch evangelisch), im 17. Jahrhundert, wuchsen in deren Gelände getrennt stehende Glockentürme in faszinierenden Konstruktionen empor. Wir wählen die Denkmäler in Kraskov, Stará Halič und Čerín. (Natürlich werden wir keine Ignoranten sein und auch die einzigartigen gotischen Wandmalereien in den Kirchenschiffen betrachten.) Zum Schluss besuchen wir die bekannte evangelische Artikularkirche in Hronsek.

Samstag: Morgens Rückfahrt nach Wien.

Leistungspaket:

Im Preis der Reise inbegriffen:

  • qualifizierte Reisebegleitung
  • fachlich fundierte Erläuterungen durch einen renommierten Kunsthistoriker
  • komfortabler Reisebus für die Fahrt von Wien, durch die Slowakei und zurück nach Wien
  • 7 x Nächtigung in Zwei- und Einbettzimmern in Drei/Vier-Sterne-Hotels und Pensionen
  • Vollpension in ausgewählten, stilvollen Restaurants – 7 x Frühstück, 6 x Mittagessen, 7 x Abendessen
  • Eintrittsgelder (außer bei Gruppen- und VIP-Reisen)

Nicht im Preis inbegriffen sind:

  • Getränke
  • freiwillige Spenden
  • Versicherung
  • Gebühren für das Fotografieren in Museen und Denkmalsobjekten
  • individuelle Anreise vom Wohnort nach Wien und zurück (außer bei Gruppen- und VIP-Reisen)

Preis der Reise

Preis der Reise SR HZK 7 ist 863 Euro pro Person im Zweibettzimmer.
Der Einzelzimmerzuschlag beträgt 158 Euro.
Bei Reisen des Typs Gruppenreise und VIP-Reise wird der Preis individuell berechnet.

Termine

Termine für Gruppenreisen – nach Vereinbarung
Termine für VIP-Reisen – nach Vereinbarung

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