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SIMPLICISSIMUS REISEN
KULTURFÜHRUNGEN SLOWAKEI: 1000 JAHRE MITTELEUROPA

Bergbaustädte und antiosmanische Befestigungen von Städten, Burgen und Schlössern

Die bedeutenden Bergbaustädte mit ihren kostbaren Erzvorkommen und die Grenze zum Osmanischen Reich, die sich hundertfünfzig Jahre lang mitten durch das Königreich Ungarn hinzog, das waren die wichtigsten Themen, mit denen sich Europa im 16. und 17. Jahrhundert beschäftigte. Auch heute gehören diese Objekte auf dem Gebiet der heutigen Slowakei zu den größten Sehenswürdigkeiten des historischen und kulturellen Erbes.

Studienreise

SR BBS 8

Die Schlacht bei Mohács im Jahr 1526, bei der Türken über die ungarische Elite aus Adligen, Kirchenfürsten und Militär siegten, hatte fatale Folgen für die Entwicklung dieses Teils von Europa. Bis 1542 besetzten die Türken die gesamte ungarische Tiefebene bis zur Donau. Eineinhalb Jahrhunderte existierte lediglich ein Rest vom Königreich Ungarn auf dem Gebiet der heutigen Slowakei und Siebenbürgens. Die Befestigungen an dieser neuen Grenze lagen im Blickpunkt des christlichen Europas. Sie dienten unmittelbar dem Schutz der Bergbaustädte, denn gerade sie waren wegen ihres Reichtums und ihrer Bedeutung das nächste Ziel der türkischen Expansion. Das politische Ziel war die Eroberung Wiens. Dank dieser Festungsanlagen sowie zum Preis riesiger Opfer konnten die Türken schließlich weder Wien, noch die Bergbaustädte erobern.

Die legendären Bergbaustädte waren natürlich schon viel früher bekannt und wichtig. Spuren des Erzbergbaus führen bis in prähistorische Zeiten zurück. Vorgänger dieser Städte waren Burgstätten. Nach Konsolidierung des mittelalterlichen Staates wurden die mineralischen Rohstoffe Eigentum des Königs. Bei der Entfaltung des Bergbaus spielten die eingeladenen „Gastbürger“ eine große Rolle, handelte es sich doch um Spezialisten und Metallurgen. Abbaurechte wurden auch an privilegierte und initiativreiche Persönlichkeiten, Klöster und Städte verliehen. Es galten strenge Regeln – der König wurde vom durch ihn ernannten Kammergrafen vertreten. Amtliche Maßnahmen, Münzprägung, Privilegien, Regulierungen, auch das Kapital der Patrizier - der Waldbürger, und deren Abbaurechte – all das hatte schließlich Einfluss auf das wirtschaftliche Funktionieren des Staates. Die Kirchen und Bürgerhäuser der Bergbaustädte füllten sich mit in Auftrag gegebenen wertvollen Kunstwerken. Im 15. Jahrhundert wurden auf dem Gebiet der heutigen Slowakei 60 % des europäischen Silbers, 40 % des Goldes und ein Großteil des Kupfers abgebaut. Nach 1490 berief Thurzo das Finanzkapital der Augsburger Fugger zu sich.

Deswegen begann man nach Besetzung des südlichen Landesteils durch die Türken in den Bergbaustädten und ihrer Umgebung eilig mit dem Umbau der Stadtkerne, Kirchen und Klöster zu Festungen. Ursprünglich mittelalterliche Burgen wurden mit modernen Festungsanlagen, bestehend aus Kanonenbasteien und vorgebauten Barbakanen, ausgestattet.

Die leichter zugänglichen Lagerstätten erschöpften sich allmählich, aber Investitionen in neue Technologien brachten nach 1700 noch einmal für zwei Jahrhunderte eine neue Konjunktur. Zu den Edelmetallen kam das wichtige Eisen hinzu. Auf unserer Reise erfahren wir etwas über große Technikerpersönlichkeiten, die hier wirkten, über die älteste technische Hochschule der Welt, über Bauten, die bis heute das Bild dieser Kulturlandschaft prägen. Heute ist es mit dem Bergbau in diesen altehrwürdigen Städten vorbei. Aber sie sind Schatztruhen des materiellen Kulturerbes und noch lebendiger bergmännischer Traditionen.

Reiseplan


grosse SR BBS8 map

Samstag: Treffpunkt in Wien (WBhf) um 16:00. Fahrt mit dem Autobus in ein Hotel in Bratislava.

Sonntag: In der Hauptstadt der Slowakei Bratislava besichtigen wir einen Teil der Burgbefestigung, den Dom und andere Denkmäler, die mit dem Zeitraum zusammenhängen, als Bratislava (Pressburg) die Hauptstadt vom Königreich Ungarn (an Stelle von Ofen) und Ort der Krönung der ungarischen Könige war. Anschließend besuchen wir in Nitra, im 8. und 9. Jahrhundert Sitz slawischer Fürsten und bedeutender Bischofssitz, die Bischofsburg, die im Jahr 1663 für kurze Zeit von den Türken besetzt war. Deswegen erhielt die Burg auf Anregung der Habsburger eine noch mächtigere, bis heute erhaltene Befestigung. Ein kurzer Halt ist dem Kloster in Hronský Beňadik gewidmet. Diese einstige Benediktinerabtei wurde radikal zu einer antiosmanischen Festung umgebaut. Im alten Rathaus von Nová Baňa besichtigen wir die Bergbauausstellung. Hier wurde zum ersten Mal in Kontinentaleuropa die "Feuermaschine" des englischen Maschinenbauers Isaac Potter zum Wasserschöpfen eingesetzt (1721). Wir nächtigen in einer Pension bei Kremnica.

Montag: Wir verbringen den Tag in der „Stadt des Goldes“ Kremnica. Dabei besuchen wir das Gelände der Stadtburg mit einigen bemerkenswerten Bauten – Befestigung, Karner, Burgkirche, Turm und Reste des Rathauses – die etwas über die Zugehörigkeit zur Baukunst des Donauraums (Karner), der Wiener Bauhütte (Gewölbe im Kirchenschiff) und Schwabens (Chorgewölbe) aussagen. Sehenswert ist auch das Museum mit der Bergbauausstellung. Die hiesigen spätgotischen Bürgerhäuser sind etwas Besonderes, und auch die Ausstellung der ältesten noch funktionierenden Münzstätte in Europa hat Interessantes zu bieten. Wir betrachten die ursprünglichen Holzhäuser der Bergleute. Die Exkursion in die Umgebung führt uns auch nach Kremnické Bane und andere Orte mit Spuren des Bergbaus.

Dienstag: Am Morgen beginnen wir in der „Stadt des Silbers“ in Banská Štiavnica (Schemnitz) mit der Besichtigung der Festung „Neues Schloss“, wo sich eine Ausstellung den Kämpfen gegen die Türken widmet, danach sehen wir im Alten Schloss das sehenswerte Bauwerk einer romanisch-spätgotischen Stadtkirche, die jedoch in den Zeiten der Türkengefahr zu einer befestigten Burg umgebaut werden musste. Die kunsthistorische Sammlung der Galerie und das Interieur der St. Katharinenkirche werden uns interessieren. Das Freilichtmuseum des Bergbaus bietet unterirdische Schächte und Stollen sowie Exponate zur Entwicklung des Bergbaus. Auf der Fahrt zur Bergbaugemeinde Štiavnické Bane sehen wir weitere Bergwerke und insbesondere das einzigartige, sagenhafte Wasserleitungssystem. In der einstigen Bergbaustadt Pukanec besichtigen wir die gotische Pfarrkirche. Deren Bauweise hängt mit Banská Štiavnica zusammen, sie kann auf fünf gotische Flügelaltäre stolz sein. Wir kehren zum Ort der Unterbringung zurück.

Mittwoch: Diesen Tag werden wir Streifzügen zu den Burgen widmen, die an der Grenze zum türkisch besetzten Landesteil eine wichtige Rolle spielten, das sind Bzovík (eine zur antiosmanischen Festung umgebaute Prämonstratenserabtei) sowie Fiľakovo und Šomoška. Unterwegs werden wir auch einige ehemalige Bergbaustädte und Gemeinden berühren - Rimavská Baňa, Kraskovo, Muráň, Jelšavu, Štítnik. Deren „Goldenes Zeitalter“ fiel in den Aufschwung der Eisenmetallurgie im 17. bis 19. Jahrhundert. Das Ziel unserer Reise heute wird die Stadt Rožňava (Rosenau) sein, die zur östlicheren Gruppe der „Oberungarischen Königlichen Bergbaustädte“ in den Regionen Gemer und Spiš gehört.

Donnerstag: Nach Besichtigung der Stadt und Kathedrale steigen wir zur gut erhaltenen Burg Krásna Hôrka mit beispielhafter Befestigungsanlage auf. Dann besuchen wir kurz die heute vergessenen und stillen, aber einst außerordentlich geschäftigen Bergbaustädte in der Region Dolný Spiš im Tal des Hnilec – Nižný Medzev, Smolník, Švedlár und die Stadt Gelnica, wo der Hauptplatz, das Rathaus, das Museum, die katholische und die evangelische Kirche sehenswert sind. Bis vor kurzem war Gelnica (Göllnitz) ein wichtiges Kulturzentrum der Karpatendeutschen. Wir lassen den Tag in Spišská Nová Ves ausklingen.

Freitag: Es erwartet uns der Besuch der Sehenswürdigkeiten in der betriebsamen Stadt Spišská Nová Ves und unterwegs machen wir zur Besichtigung von Kirche und Kapelle im Ort Spišský Štvrtok Halt. Dies war die Patronatsstadt der Familie Thurzo, die in den Bergbauunternehmungen des späten Mittelalters eine bedeutende Rolle spielte. Auf der Rückfahrt in das mittelslowakische Bergbaugebiet lassen wir die Spuren des Bergbaus in der Region Liptov, in den Städten Liptovský Hrádok und Nemecká Ľupča nicht unbeachtet. Über die Passstraße am ehemaligen Bergbauort Donovaly gelangen wir in die Nähe von Banská Bystrica. Hier sehen wir einstige Bergbaudörfer (z.B. Stará Hory mit Wallfahrtskirche) und besichtigen ausführlicher die Denkmäler im bekannten Bergbauort Špania Dolina.

Samstag: Unsere Rundfahrt erreicht ihren Höhepunkt in Banská Bystrica, wo wir ein kostbares Denkmal besuchen – die Pfarrkirche im Gelände der Stadtburg. Es gibt dort zahlreiche Artefakte höchster Qualität – eine einzigartige spätgotische Architektur, Altäre, Bildhauerwerke aus Stein sowie Kunsthandwerk und Kunstwerke aus dem Barock. Wir gehen durch interessante museale Expositionen – das Matthias- und das Thurzo-Haus. An den Ausgangspunkt unserer Reise zurückkehrend besuchen wir in einem typischen Weinbaugebiet der Westslowakei die Burg Červený Kameň (Biebersburg), deren Festungssystem die Fugger nach 1535 nach Ideen von Albrecht Dürer errichten ließen, um ihre Kupfertransporte zu schützen.

Sonntag: Am Morgen Rückfahrt nach Wien.

Leistungspaket:

Im Preis der Reise inbegriffen:

  • qualifizierte Reisebegleitung
  • fachlich fundierte Erläuterungen durch einen renommierten Kunsthistoriker
  • komfortabler Reisebus für die Fahrt von Wien, durch die Slowakei und zurück nach Wien
  • 8 x Nächtigung in Zwei- und Einbettzimmern in Drei/Vier-Sterne-Hotels und Pensionen
  • Vollpension in ausgewählten, stilvollen Restaurants - 8 x Frühstück, 7 x Mittagessen, 8 x Abendessen
  • Eintrittsgelder (außer bei Gruppen- und VIP-Reisen)

Nicht im Preis inbegriffen sind:

  • Getränke
  • freiwillige Spenden
  • Versicherung
  • Gebühren für das Fotografieren in Museen und Denkmalsobjekten
  • individuelle Anreise vom Wohnort nach Wien und zurück (außer bei Gruppen- und VIP-Reisen)

Preis der Reise

Preis der Reise SR BBS 8 ist 994 Euro pro Person im Zweibettzimmer.
Der Einzelzimmerzuschlag beträgt 180 Euro.
Bei Reisen des Typs Gruppenreise und VIP-Reise wird der Preis individuell berechnet.

Termine

Termine für Gruppenreisen – nach Vereinbarung
Termine für VIP–Reisen – nach Vereinbarung

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