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KULTURFÜHRUNGEN SLOWAKEI: 1000 JAHRE MITTELEUROPA

Reise zur Kunst mittelalterlicher Wandmalereien

Studium des größten und mannigfaltigsten Ensembles erhalten gebliebener gotischer Wandmalereien nördlich der Alpen

Studienreise
SR WAM 8

Die mittelalterlichen Wandmalereien in Sakralbauten auf dem Gebiet der Slowakei sind eine große Sehenswürdigkeit für Kunstliebhaber unter den Laien, aber auch für spezialisierte Fachleute. Deren unterschiedliche Qualität – von Werken handwerklicher Routine bis zu individuellen Kunstwerken – die identifizierbaren Wurzeln ihrer Herkunft, die große Zahl erhalten gebliebener Beispiele, all das führt zu interessanten historischen und kunsthistorischen Erläuterungen. Die Geschichte der einzelnen Werke ist äußerst vielfältig.

Die mittelalterlichen Wandmalereien auf dem Gebiet der Slowakei können ebenso wie diejenigen in Italien, auf dem Balkan und in den Ländern nördlich der Alpen ihre byzantinischen Wurzeln nicht verleugnen, und zwar im Stil der Darstellung, in den Linien, Farben, Themen und Kompositionen.Bereits vor 1300 stoßen wir aber auch auf den Stil der Klöster im Rheinland, nach 1315 gibt es Anknüpfungen an die Kunst des Neapolitanischen Hofs derer von Anjou sowie an Elemente der italienischen Malerei nach Giotto. Um das Jahr 1400 kennen die Maler augenscheinlich die Vorbilder aus Schwaben und vom Prager Hof, aber wir stoßen auch auf bemerkenswerte Wandmalereien im örtlichen Stil.

Der Grund, warum sich gerade in diesem Teil Europas eine derartige Vielfalt findet (und es werden von Jahr zu Jahr mehr, die unter dem Putz herausgeschält werden), beruht im Bautyp der mittelalterlichen Kirchen, deren ungeteilte "leere" Wände geradezu nach Bemalung riefen, sowie in den Möglichkeiten der einzelnen Pfarrgemeinden (Bergbaugemeinden, wo auch die einfachen Leute etwas mehr Mittel hatten) und Stifter. Hier äußerten sich auch die politischen und geschäftlichen Beziehungen zu Norditalien, von wo aus sich Malkunst und Handwerk rasch ausbreiteten. Schließlich verdanken wir diesen Reichtum an erhalten gebliebenen mittelalterlichen Malereien auch der Armut nachfolgender Jahrhunderte, als nur in größeren Zentren Mittel für den Umbau von Kirchen zur Verfügung standen, sowie dem Umstand, dass viele der Kirchen, in denen sich gotische Wandmalereien fanden, seit der Reformation evangelischen Pfarrgemeinden gehörten. Die Protestanten waren zurückhaltend in der künstlerischen Ausgestaltung dieser sakralen Räume und übertünchten die Malereien einfach.

Auf unserer Reise können wir nur einen Teil diese Denkmäler besuchen.Da es sich um eine Studienreise handelt, wird der Kontakt zwischen Reiseteilnehmern und der fachlichen Reiseleitung sehr eng sein. Wir werden die Zeit, die wir bei den einzelnen Wandbildern verbringen, je nach Interesse und Wünschen der Teilnehmer einteilen. Es würde uns freuen, wenn Sie sich für das umfangreichere und anstrengendere Programm entscheiden und wir auch die Besichtigung der mit ( ++ ) gekennzeichneten Denkmalobjekte einbeziehen können.

Während der Fahrt werden wir für Ihre Entscheidungsfindung qualitativ hochwertiges Bildmaterial zur Verfügung stellen.

Reiseplan


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Samstag: Treffpunkt in Wien (WBhf) um 16:00.Auf der Fahrt zum Ort unserer Nächtigung besichtigen wir die romanische Kirche im Dorf Hamuliakovo (Gutor) (um 1180) mit ihren spätromanischen Wandmalereien, und in der Stadt Šamorín (Sommerein) gotische Wandmalereien in mehreren Schichten, deren hohes künstlerisches Niveau sich mit der Zugehörigkeit der Pfarre zur Propstei in Pressburg erklären lässt.

Sonntag: Am Morgen besuchen wir die bekannte und wichtige Burg in Esztergom, die am rechten Ufer der Donau auf dem Gebiet des heutigen Ungarns liegt. An diesem altehrwürdigen Sitz ungarischer Könige und Bischöfe (Primási) betrachten wir die Reste von Wandmalereien aus der Zeit um 1340, die – geschaffen von italienischen Meistern im Auftrag des Hofes – zum Vorbild im ganzen Königreich wurden. Nach Rückkehr in die Slowakei kommen die „Giotto“-Malereien in der kleinen Kirche in Sazdice zur Geltung, die ohne Zweifel mit den Malereien in Esztergom zusammenhängen (oder ihnen vorausgingen).Dramatische Szenen sehen wir auf den Malereien  in der Kirche von Želiezovce (Zelis) (um 1380). In der Kirche des Dorfes Kostoľany am Fuße eines Bergrückens dokumentieren Malereien die selten erhalten gebliebene Kunst des 9. Jahrhunderts. Schließlich stoßen wir in der Region am Oberlauf der Nitra auf ein umfangreiches Ensemble von Wandmalereien in der Kirche von Poruba (um 1400).

Montag: In der Region Turiec, in einer Kirche oberhalb von Horné Jaseno, stoßen wir auf uralte Symbole (vor 1300) und eine interessante Szene aus dem Leben der Hl. Elisabeth von Thüringen. Nachdem wir die Region Liptov erreicht haben, besuchen wir die Dorfkirche von Martinček, wo erst kürzlich freigelegte Wandmalereien von der Nähe zu Benediktinern aus Westeuropa zeugen (vor 1300), sowie das Gotteshaus von Ludrová, dessen Chorraum ebenfalls komplett erhaltene umfangreiche gotische Wandmalereien (um 1420) aufweist, deren Stil jedoch für die hiesige Gegend typisch ist. Eine Vorstellung vom Eindruck, den ein komplett mit Kunstwerken ausgestatteter Sakralraum macht, gewinnen wir in der einzigartigen Kirche von Smrečany, wo die Wände mit Heiligenfiguren bei ihrer Andacht geschmückt sind. (++ Nach Wunsch können wir auch die Kirche im Dorf Sliače mit ihrem sehenswerten Passionszyklus besuchen, der im Dachboden erhalten blieb, eine Szene aus der Ladislaus-Legende in Liptovský Ondrej (um 1420) und ein Fragment aus dem Traumgesicht Daniels über das Gericht (um 1330) im Museum in Pribylina++)Wir werden in der Stadt Spišská Sobota (Georgenberg) nächtigen, wo auch die Pfarrkirche mit ihrem einzigartigen Ensemble Zipser Kunst zur Besichtigung einlädt.

Dienstag: Unsere erste Station in der Region Zips wird das ehemalige Kloster in Dravce (Drauz) mit äußerst interessanten Malereien aus zwei Epochen sein: im byzantinischen Stil des Balkans und im Stil des Neapolitanischen Hofes (um 1280 und nach 1315).Dann besuchen wir die Stadt Levoča (Leutschau), wo wir in zwei großartigen Gotteshäusern – in der Pfarrkirche und in der „Alten Minoritenkirche“ – auf vorbildhafte Malereien unterschiedlicher Datierung und künstlerischer Provenienz stoßen. In der Bischofsstadt Spišská Kapitula (Zipser Kapitel) betrachten wir in der Kathedrale die „Krönung König Roberts von Anjou durch die Madonna“ (1317) – ein Gemälde, das für die Entwicklung dieses Kunstrichtung in der Region Schlüsselbedeutung hat. Die wohl bekanntesten Wandmalereien auf dem Gebiet der Slowakei sind in der Kirche oberhalb von Žehra (Schigra) zu besichtigen. Neben dem bekannten Bild "Der Lebensbaum" voller Symbole lernen wir auch ein besonderes Thema von Wandmalereien im Königreich Ungarn kennen – die Legende über König Ladislaus. (++ Wir können unsere Exkursion erweitern um die Besichtigung der unlängst entdeckten Wandmalereien in Slatvina und um die Wandmalerei zur Ladislauslegende in einem schönen lokalen Stil in der Kirche von Vítkovce++).Zum Tagesabschluss machen wir in der Kirche in Veľká Lomnica (Großlomnitz) Halt, wo wir die wohl bekannteste Malerei zur Ladislauslegende im alten Ungarn überhaupt (um 1315) sowie die sehenswerten neuesten Entdeckungen sehen werden.

Mittwoch: Diesen Tag wollen wir den Denkmälern in der Oberen (nördlichen) Spiš (Zips) und in der Region Šariš (Scharosch) widmen. In der Kirche in Strážky (Nehre) bewundern wir Zyklen spätgotischer Wandmalereien (um 1520), in Podolínec (Pudlein) großflächige gotische Malereien (um 1350) reichen Inhalts. (++ Kurzen Halt können wir in Veľká Lesná (Richwald) machen, wo die Wandmalereien im lokalen Stil aus der Zeit um 1650 bereits Renaissanceformen aufweisen++).Wir besuchen das sagenhafte „Rote Kloster“ mit seinen spätgotischen Wandmalereien im Kapitelsaal (um 1510).Dann reisen wir in das kulturell bedeutende Tal des Flusses Torysa in der Region Šariš (Scharosch), wo man künftig noch interessante Entdeckungen erwarten kann. Vorläufig jedoch sehen wir einen Teil der Malereien im Dorf Jakubovany und in der Kleinstadt Veľký Šariš (um 1230?).

Donnerstag: Die Kirche oberhalb des Dorfes Svinica östlich von Košice (Kaschau) ist ein wichtiges Denkmal. Hier finden sich Fragmente interessanter Malereien der Nach-Giotto-Muster aus der Zeit um 1330.(++Bei Interesse brechen wir in die etwas entfernt liegende legendäre Prämonstratenserabtei Leles auf, wo in der Kapelle erst unlängst ein Malereizyklus aus der Zeit um 1380 restauriert worden ist. Unterwegs können wir in den Kirchen von Čečejovce und Turňa nad Bodvou Halt machen++).Dann gelangen wir an diesem Tag noch in die Region Gemer, deren wichtigstes Kulturerbe (in Anzahl und Qualität) gerade die mittelalterlichen Wandmalereien sind. Das erste Denkmal besichtigen wir in Plešivec (Pleissnitz).In der Kirche des bedeutenden Adelsgeschlechts Bebek wurden Teile von Malereien (um 1350) freigelegt, die von Fachleuten einem italienischen Meister zugeschrieben werden. Die dreischiffige Kirche in der einstigen Bergbaustadt Štítnik (Schittnich) umfasst 220 Quadratmeter gotischer Malereien (Schichten von 1340 bis 1430) mit äußerst bemerkenswerten Themen, jedoch nicht weniger bedeutend sind die Malereien in den Kirchen der benachbarten Dörfer Ochtiná und Koceľovce (Getzelsdorf) (um 1415).

Freitag: Der zweite Tag in der Region Gemer hält für uns die Rotunde bei Šivetice mit fünf Malereischichten – vom spätromanischen westeuropäischen Stil (um 1230) bis zum Stil der mystischen Gotik (um 1370) zur Besichtigung bereit.In der kleinen Kirche im Dorf Chyžné ergötzen wir uns an Malereien und einem Interieur kultivierter Qualität.In ihren Themen bemerkenswerte Malereien können wir in der Kirche von Rákoš sehen, dann fahren wir in das Tal der Rimava, wo wir in den Kirchen der vier Orte Rimavské Brezovo, Rimavská Baňa, Kraskovo, Kyjatice (nur einige Kilometer voneinander entfernt) in Stil und Inhalt sich stark voneinander unterscheidende Wandmalereien (von 1380 bis 1480) studieren können.

Samstag: In der benachbarten südlichen Region Novohrad zeigt die Kirche in Stará Halič das Fragment von Malereien, die das Muster und den Stil des legendären Meisters Vitale da Bologna (nach 1350) wiederholen. Von den drei Kirchen in den einstigen Bergbaugemeinden am Fuß des Massivs Poľana weist die in Zolná gelegene traditionell byzantinisch komponierte Bilder auf, in Čerín stechen unter den Malereien in verschiedenen Schichten die Szenen aus der "mystischen" Zeit um 1380 hervor, in Poniky gibt es großflächige Malereien komplizierter Szenen (um 1420) zu sehen. Gegen Ende der Fahrt besichtigen wir spätgotische, auch weltliche Motive aufweisende Malereienim „Grünen Stube“ (um 1475) im so genannten „Thurzo-Haus“ der einstigen Bergbaustadt Banská Bystrica (Neusohl).

Sonntag: Am Morgen Rückfahrt nach Wien.

Leistungspaket:

Im Preis der Reise inbegriffen:

  • qualifizierte Reisebegleitung
  • fachlich fundierte Erläuterungen durch einen renommierten Kunsthistoriker
  • komfortabler Reisebus für die Fahrt von Wien, durch die Slowakei und zurück nach Wien
  • 8 x Nächtigung in Zwei- und Einbettzimmern in Drei/Vier-Sterne-Hotels und Pensionen
  • Vollpension in ausgewählten, stilvollen Restaurants - 8 x Frühstück, 7 x Mittagessen, 8 x Abendessen
  • Eintrittsgelder (außer bei Gruppen- und VIP-Reisen)

Nicht im Preis inbegriffen sind:

  • Getränke
  • freiwillige Spenden
  • Versicherung
  • Gebühren für das Fotografieren in Museen und Denkmalsobjekten
  • individuelle Anreise vom Wohnort nach Wien und zurück (außer bei Gruppen- und VIP-Reisen)

Preis der Reise

Preis der Reise SR WAM 8 ist 928 EUR pro Person im Zweibettzimmer.

Der Einzelzimmerzuschlag beträgt 187 EUR.

Bei Reisen des Typs Gruppenreise und VIP-Reise wird der Preis individuell berechnet.

Termine        

Termine für Gruppenreisen – nach Vereinbarung

Termine für VIP–Reisen – nach Vereinbarung

 

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