Deutsch (DE-CH-AT)English (United Kingdom)Slovenčina (Slovenská republika)Polish (Poland)

SIMPLICISSIMUS REISEN
WYCIECZKI KRAJOZNAWCZE PO SŁOWACJI

Kultur der Deutschen

altaltaltaltaltaltaltalt

Auf dem Gebiet der heutigen Slowakei, dem ehemaligen nördlichen Teil vom Königreich Ungarn, blieben Denkmäler der Architektur und bildenden Kunst erhalten, die hier in sieben Jahrhunderten von den Gemeinschaften der „deutschen Gastbürger“ geschaffen worden sind. Sie gehören zum schönsten und bemerkenswertesten Kulturerbe Europas.

Kulturreise

KR DEK 8


Bergleute, Metallurgen, Handwerker, Kaufleute aus dem historischen Sachsen, Schwaben, Tirol, aus dem österreichischen und bayrischen Donauraum kamen im Laufe der Zeit auf Einladung der Könige von Ungarn. Dies geschah bereits in der Zeit um 1200, insbesondere aber nach dem Mongolensturm (nach 1242), aber auch in späteren Zeiten (bis zum Ende des 18. Jahrhunderts). Ihre Aufgabe war es, ungenutztes Land zu besiedeln, Städte zu gründen, zu arbeiten und das königliche Vermögen zu bewirtschaften, vor allem die Bodenschätze zu fördern. Dazu wurden ihnen wirtschaftliche und rechtliche Privilegien verliehen, sie durften frei, nach dem Vorbild ihrer Landsleute in deutschen Reich (Nürnberg, Magdeburg, Kuttenberg) ihre Angelegenheiten selbst verwalten. Ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten, die Selbstbestimmung der Zünfte, Bündnisse und Bruderschaften, aber auch der Kontakt zur einstigen Heimat und den dortigen künstlerischen Ideen führten zur Errichtung von Bauten und Schaffung von Altären in den jeweils aktuellen Stilrichtungen. Aktuelles in der Kunst strömte auch über den Königshof ein, insbesondere in Zeiten, wenn der gerade herrschende König seine Gattin aus dem deutschen Umfeld geholt hatte. Die „deutschen Gastbürger“ lebten im Königreich Ungarn in mehreren Gegenden. Am bekanntesten sind Siebenbürgen und die Zips.
Im Raum der heutigen Slowakei gab es drei wichtige Gebiete mit Bevölkerung deutscher Herkunft – die Umgebung Pressburgs, die Bergbaustädte mit ihrer Umgebung in der Mittelslowakei, und die wohl bekannteste Region, die Zips, im Nordosten der Slowakei mit einigen Bergbauorten in Gemer und Malohont sowie Städten im nördlichen Saris.
die Umgebung Pressburgs deshalb, weil hier die natürliche geografische Berührung zum Donauraum gegeben war. In Pressburg waren es vor allem einflussreiche Bürger, in den kleinen Städten am Fuße der Kleinen Karpaten Winzer.
in den Städten der Mittelslowakei und Umgebung siedelten sich Bergleute, Fachleute für die Erzaufbereitung, Holzfäller, Köhler und Förster an. Es handelt sich um die Regionen am Oberen Neutratal, am Hron (Gran) und im nördlichen Hont.
in den nordöstlichen Regionen am Fuße der Tatra (genannt: Zipser Schneegebirge). Insbesondere die Region Zips, deren Nachbesiedlung notwendig war, damit sich die Handelszentren an den bedeutenden Handelswegen sowie Landwirtschaft, Handwerk und Bergbau entwickeln konnten. Es handelte sich hierbei seitens des Königs auch um einen bedeutenden geopolitischen Schritt, um zu beweisen, dass die Zips eindeutig zum Königreich Ungarn gehört. Die Stadt Levoča (Leutschau) wurde zur „Hauptstadt der Zipser Sachsen“, die Zipser Burg zum Sitz des Pfalzgrafen (Comes), und nicht unbedeutend war auch der Einfluss der deutschen Gemeinden auf die hiesige Kirchenverwaltung.
In all diesen Bereichen stützte sich das Künstlerische in Architektur, Bildhauerei, Malerei und in den Handwerken auf aktuelle Strömungen in Norditalien, Bamberg, später Nürnberg und auf die allgemeine Kunst im deutschen und österreichischen Donauraum und in Schlesien.
Die Bevölkerung jedes Gebietes konnte sich bis in das 20. Jahrhundert ihren Dialekt und die Bräuche ihrer ursprünglichen Heimat bewahren. Aus ihren Reihen stammen einige bedeutende europäische Wissenschaftler, Techniker, Künstler, an die wir auf unserer Reise erinnern werden.
Die Sammelbezeichnung „Karpatendeutsche“ entstand erst im 20. Jahrhundert, als diese Menschen zu Staatsbürgern der Tschechoslowakei wurden. Im Jahr 1930 lebten im slowakischen Landesteil 156.279 Deutsche. Zwei Drittel von ihnen wurden noch vor dem Durchzug der Front im Jahr 1945 evakuiert, die übrigen wurden zum Opfer der Vertreibung. Heute bekennen sich in der Slowakei 5.629 Personen zur deutschen Abstammung.

 

Reiseplan


grosse map

Samstag:
Treffpunkt in Wien (WBhf). Fahrt mit dem Autobus in ein Hotel in Bratislava (Pressburg).


Sonntag:
Bratislava (Pressburg). Im Museum der Kultur der Karpatendeutscheneinem Teil des Slowakischen Nationalmuseums, beginnen wir die Exkursion. Wir besuchen die sich über der Stadt erhebende Burg, die König Sigismund von Luxemburg als Residenz zum heutigen Umfang ausbauen ließ. Das alte Rathaus und der St.-Martins-Dom tragen Spuren der Bauherren und Bürgermeister aus der Familie Jakobeus, die aus Schwaben stammte. Wir lernen auch die Weinbaustädte am Fuß der Kleinen Karpaten kennen - Sankt Georg, Bozen, Modern – und deren Denkmäler.

Montag:
Wir widmen den Tag dem Kennenlernen einer Region mit ursprünglich deutscher Besiedlung, die im Jahr 1930 in der Literatur die Bezeichnung „Hauerland“ bekam, weil hier viele Gemeinden im Namen die Endung –hau trugen, was Rodung bedeutet. In den Städten Nitrianské Pravno (Deutsch Prawn) und Handlová (Krickerhau) besuchen wir das Haus des Karpatendeutschen Vereins mit interessanten Ausstellungen. Im Dorf Janova Lehota sehen wir bemerkenswerte Bauernhäuser, deren Wände aus Steinquadern bestehen. Schließlich lernen wir gründlich die Denkmäler der berühmten „goldenen“ Bergbaustadt Kremnitz kennen. Das Gelände der Stadtburg umfasst einige bemerkenswerte Bauten, die etwas über die Zugehörigkeit zur Baukunst des Donauraums (Karner), der Wiener Bauhütte (Gewölbe im Kirchenschiff) und Schwabens (Chorgewölbe) aussagen. Wir sehen die hiesigen besonderen Typen spätgotischer Bürgerhäuser, die Holzhäuser der Bergleute und schauen auch in die Ausstellung der ältesten noch funktionierenden Münzstätte in Europa.

Dienstag:
Wir reisen weiter in die legendäre Region Zips. Besucht wird die „Hauptstadt der Zipser Sachsen“ – Leutschau. Die Architektur und Innenausstattung der Leutschauer Pfarrkirche (9 gotische Flügelaltäre, unter ihnen der Hauptaltar – der höchste gotische Altar in der Welt, mehr als hundert weitere Kunst- und Kunsthandwerk-Zeugnisse) werden zweifellos den Höhepunkt der Reise bilden. In der Stadt Leutschau besichtigen wir noch weitere sakrale Denkmäler und Museen. Dann steigen wir zur Zipser Burg hinauf (das ausgedehnteste mittelalterliche Burggelände in Mitteleuropa), die bereits im 13. Jh. von den Zipser Sachsen „Zipser Haus“ genannt wurde. Dann besuchen wir die kleine befestigte Kirchenstadt Spišská Kapitula (Zipser Kapitel) mit einer romanischen Kathedrale und Kanonikerhäusern. Im Interieur der Kathedrale sehen wir gotische Altäre mit Tafelbildern aus der Werkstatt, die für das Niveau der gotischen Malerei in der Zips bestimmend war. Bevor wir in Spišská Sobota (Georgenberg) nächtigen, besuchen wir noch die hiesige Pfarrkirche. Deren romanischen Teile, das typische gotische „Zipser Doppelschiff“ und die Innenausstattung gehören zu den Höhepunkten, Gotik und des Barock in der Zips.

Mittwoch:
Am Morgen überqueren wir das Gebirge Magura und werden von der Landschaft „Zamagurie“ willkommen geheißen, deren wesentlicher Teil den Nationalpark Pieniny bildet. Eine bekannte Sehenswürdigkeit ist das Kloster in Lechnica, es wird „Rotes Kloster“ genannt und war ursprünglich ein Karthäuser-, später ein Kamaldulenser-Kloster. Zu dieser Reise zum Kulturerbe der Zips gehört wohl auch die Floßfahrt durch den Dunajec-Durchbruch, die hier als Touristenattraktion bereits eine mehr als 150-jährige Tradition hat. Dann lernen wir flüchtig die Denkmäler der nördlichen Zips kennen, wo die Poprad (Popper) und der Dunajec die Slowakei (früher das historische Ungarn) verlassen und als einzige Flüsse aus dem Karpatenkessel nach Norden der Ostsee zuströmen (Burg Alt Lublau, Stadt Pudlein).. Wir lassen den Tag in der zweitwichtigsten Stadt der Zips ausklingen: in Kežmarok (Käsmark). In der Stadt betrachten wir die interessante Straßenführung, die Denkmäler in der Pfarrkirche, den Renaissance-Glockenturm und die weltbekannte evangelische Holzkirche mit dem unglaublich farbigen Interieur. Wichtig wird unser Besuch im Gebäude des alten Lyzeums sein, das durch viele Studenten aus der Gemeinschaft der Zipser Deutschen berühmt wurde.

Donnerstag:
Diesen Tag widmen wir der Perle unter den von deutschen Gastbürgern gegründeten Städten der Gotik und Renaissance – Bardejov (Bartfeld). Der regelmäßige Hauptplatz, das Rathaus mit der Ausstellung außerordentlich kostbarer Artefakte und die Pfarrkirche mit ihren erhalten gebliebenen elf Flügelaltären aus der Gotik und ihrer einzigartigen Architektur sind zu besichtigen. Wir gedenken einer bedeutenden Persönlichkeit der Reformation – Leonard Stöckel (1510 – 1560) und des Komponisten aus der Barockzeit Zarevucius. Im Nachbarort Hervartov, einem ursprünglich deutschen Dorf, erwartet uns die bekannte gotische Holzkirche mit ihrem einzigartigen Interieur. Über die Stadt Prešov gelangen wir in das einst bedeutende Zentrum der Unteren Zips, in die Stadt Gelnica (Göllnitz), wo wir auf Aktivitäten der hiesigen deutschen Landsleute stoßen.

Freitag:
Auf der Fahrt durch das Tal des Hnilec (Göllnitz) werden wir einige deutsche Dörfer sehen, die einst Zentren des Bergbaus und der Eisenindustrie waren, jedoch bereits im 19. Jahrhundert wirtschaftlich verfielen. Wir gelangen in die Region Gemer, in die Bergbaustadt Dobšiná, wo uns neu entdeckte mittelalterliche Wandmalereien mit einer Darstellung der deutschen Heiligen Hildegard von Bingen erwarten. Gotische Wandmalereien höchster Qualität machten auch andere Bergbauorte in dieser Region berühmt - Štítnik (Schittnich), Getzelsdorf, Ochtiná, aber auch Kirchen im Tal der Rimava (Rima) – Kraskovo, Rimavská Baňa. Diese Orte und Gotteshäuser wurden von deutschen (und italienischen) Bergleuten gegründet, seit der Reformation sind diese Kirchen evangelisch.

Samstag:
Die weitere Fahrt widmen wir dem Gebiet der legendären Bergbaustädte in der Mittelslowakei, wo uns noch aufsehenerregende Denkmäler der Zipser und der Donauraum-Gotik erwarten (Wien, Nürnberg): die „Kupferstadt“ Banská Bystrica (Neusohl) und die „Silberstadt“ Banská Štiavnica (Schemnitz). Nachmittags erreichen wir die rege Stadt Neusohl. Wir machen uns zum typischen Bergbaudorf Špania Dolina (Herrengrund) mit seiner wichtigen Vergangenheit auf und besichtigen im Dorf Sásová (Sachsendorf) in einer kleinen spätgotischen Kirche das Ensemble gotischer Flügelaltäre – ein Unikat!
In Banská Bystrica (Neusohl) besuchen wir die Ausstellung im Haus, das einst der Unternehmergesellschaft Thurzo-Fugger gehört hatte, sowie die Pfarrkirche in der Stadtburg mit vielen seltenen architektonischen Details und Bildhauerwerken, unter ihnen architektonische Finessen der Wiener Bauhütte, die Veit-Stoss-Figurengruppe „Christus auf dem Ölberg“, der große Flügelaltar von Meister Paul aus Leutschau und die Barockfresken von Anton Schmidt.

Sonntag:
In Banská Štiavnica (Schemnitz) beginnen wir mit der Besichtigung der Festung „Neues Schloss“, wo sich eine Ausstellung den Kämpfen gegen die Türken widmet, danach besichtigen wir das Alte Schloss, das sehenswerte Bauwerk einer romanisch-spätgotischen Stadtkirche, die jedoch in den Zeiten der Türkengefahr zu einer befestigten Burg umgebaut werden musste. Auch andere Denkmäler hohen Niveaus (St. Katharinenkirche, Sammlungen des Bergbaumuseums) legen Zeugnis ab vom Leben der deutschen Bergmannsgemeinde.
Gegen Abend Rückfahrt nach Wien.

Leistungspaket:

Im Preis der Reise inbegriffen:

  • qualifizierte Reisebegleitung
  • fachlich fundierte Erläuterungen durch einen renommierten Kunsthistoriker
  • komfortabler Reisebus für die Fahrt von Wien, durch die Slowakei und zurück nach Wien
  • 7 x Nächtigung in Zwei- und Einbettzimmern in Drei/Vier-Sterne-Hotels und Pensionen
  • Simpli-Halbpension in ausgewählten, stilvollen Restaurants – 7 x Frühstück, 7 x Mittagessen.
  • Eintrittsgelder (außer bei Gruppen und VIP-Reisen)

Nicht im Preis inbegriffen:

  • Getränke
  • freiwillige Spenden
  • Versicherung
  • Gebühren für das Fotografieren in Museen und Denkmalsobjekten
  • individuelle Anreise vom Wohnort nach Wien und zurück (außer bei Gruppen und VIP-Reisen)

Preis der Reise

Preis der Reise KR DEK 8 ist 787,- €  pro Person im Zweibettzimmer mit Frűhstűck und Mittagessen.
Der Einzelzimmerzuschlag beträgt 137,- € .

Bei Gruppenreisen und VIP-Reisen wird der Preis individuell berechnet.

Termin

19. 10. – 28. 10. 2013 (KR DEK 8)

Diese Reise bestellen

 

Oferta wycieczek